Da fällt mir eine markante Begegnung oder Persönlichkeit ein, das ist der Helmut Schmidt. Helmut Schmidt war in der Zeit, als ich in Düsseldorf war, Bundeskanzler. Er ist dann durch einen Misstrauensantrag abgelöst worden. Aber ich hatte schon in Wien nicht nur mit der CIA und der amerikanischen Botschaft, sondern auch mit der GSG9 aus dem Verhältnis mit der amerikanischen Botschaft und Sicherheitsoffizieren – wir hatten eine absolut enge Verbindung mit der amerikanischen Botschaft, schon in meiner Vergangenheit – aber auch mit der Tatsache, die sogenannten Kuriere der amerikanischen Botschaft haben alle bei uns gewohnt. Ich hatte immer auch die private Telefonnummer vom Sicherheitsoffizier der amerikanischen Botschaft. Wir hatten Flüchtlinge oder Überläufer aus der Tschechoslowakei, die beim Hinausgehen aus dem Hotel über die Straße gegangen sind und nicht in den Bus eingestiegen sind, und dann beim Personaleingang wieder hereinkamen und haben quasi um Asyl angesucht. Wir haben die amerikanische Botschaft angerufen, da ist schon wieder einer, holt euch den ab. Und daraus entstand eine Situation. Angefangen hat es damit, dass die CIA relativ früh kam und gesagt hat: „Können wir Pläne vom Hotel haben?“ „Wieso brauchen Sie Pläne vom Hotel?“ „Wir haben periodisch Leute, auf die man aufpassen muss. Wie sieht es aus mit Notausgang und hin und her?“ Das war so ein Sicherheitsgespräch, das man nicht vor Journalisten führen würde. Ja, wir geben euch die Pläne. Und dann kamen Empfehlungen, was wir machen sollten mit Selbsttürschließern und in welche Zimmer – weil ein Teil der Appartements sind einsichtig von der irakischen Botschaft, vom Dach der irakischen Botschaft kann man in die Präsidentensuite schießen. Und wir haben natürlich solche Leute gehabt, die Hochsicherheitsbedürfnisse hatten, wo der Leibwächter ein Zimmer davor und — dahinter muss einen Notausgang sein, damit wenn von vorne ein Ansturm kommt, er bei dem Notausgang noch heraus oder hinunter kann. Und unter anderem aufgrund des Besuchs des Herrn G. kam das GSG9 und sagt: „Sie haben doch so, mit dem CIA tun Sie – geben Sie uns auch ein paar Pläne? Reden wir darüber und dann können wir Leute wie den G. bei Ihnen unterbringen.“ Und dann kam ich nach Deutschland. Eines Tages bekomme ich einen Anruf aus Bonn; ich bin dieser und jener, der Kollege sowieso hat mit Ihnen gesprochen, als Sie noch in Wien waren, kann ich vorbeikommen zu einem Gespräch? Also der Mann war von, ich weiß nicht, GSG9 oder Sicherheitsbeauftragter des Bundeskanzlers, und sagt: „Wir haben periodisch die Notwendigkeit, dass der Bundeskanzler ungestört in einem Hotel, von dem man weiß, dass es verschwiegen ist und nichts an die Presse geht, Konferenzen abhalten kann, oder nur zwei Stunden sich hinlegen kann ungestört. Ist das bei Ihnen möglich?“ „Ja, wir sind gerne dazu bereit.“ Daraus hat sich entwickelt, ich will nicht sagen regelmäßig, aber mehrmals im Jahr war der Helmut Schmidt bei uns. Da war ein Anruf. Dann bin ich beim Seiteneingang gestanden, das Auto mit abgedunkelten Fenstern ist stehen geblieben, Helmut Schmidt kam heraus, wir gingen hinein, und er war schon in seinem Zimmer. Niemand hat etwas davon gewusst. Wenn er ging, habe ich ihn verabschiedet. Und bei einer dieser Gelegenheiten sagt er zu mir, „Sie sind immer sehr zuvorkommend und nett, und alles ist in Ordnung. Ich weiß nicht, wie ich mich bei Ihnen bedanken kann, aber irgendetwas wird mir einfallen.“ Große Worte gelassen ausgesprochen von einem Politiker. Einige Wochen später, ohne einen vernünftigen, logischen Zusammenhang hält er eine Ansprache, ich weiß nicht mehr wo, im Parlament, irgendwo, hält er eine Ansprache, die im Fernsehen übertragen wurde und sagt dann vollkommen unvermittelt mitten hinein: „Das beste Hotel in Deutschland ist das Intercontinental in Düsseldorf.“

 

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