Einer, der am meisten Freiräume bei mir bekommen hat, war unser Wäschereileiter. Der Herr B., der mit dem Spitznamen Waschbär bekannt wurde, kam – ursprünglich hatte das Hotel in der Anfangsphase einen anderen, ich glaub er war Schwede, aber er hat nicht lang gehalten, und dann kam der andere junge B. Der junge B. hat mich bestochen durch die Tatsache, dass er drei Berufslehren absolviert hatte. Er war Wäscher, chemischer Reiniger und Färber. Hat er drei Lehren gemacht, der muss was können. Und nachdem er Wäschereileiter wurde, klopft er eines Tage an die Tür und sagt, Chef, die Maschinen müssen wir alle raus hauen. Und das war fünf Jahre nach der Eröffnung. Und die []Company war pleite. Sag ich: „Herr B., kein Budget. Aber ich mach Ihnen einen Vorschlag. Fangen Sie an Geld zu verdienen. Jeder Schilling den Sie verdienen investieren wir in die Wäscherei, verspreche ich Ihnen.“ Sagt er: „Ja, keine Einschränkungen?“ „So lange es legal ist, machen Sie, was geht.“ Die Wäscherei hat sich entwickelt zu einem Umsatzträger, der dazu geführt hat, dass die Hauswäsche, also Bettwäsche und Restaurantwäsche, praktisch gratis gewaschen wurde, und die Wäscherei hat noch ein Plus gemacht. Mit Außengeschäft von anderen Hotels, von Fluglinien, Hemden. Da haben wir das Personalbüro abgesiedelt, hat er gesagt, wir brauchen ein Straßenlokal, damit die Leute die Hemden bringen können. Personalbüro wurde in den Eislaufverein verlagert, und der hatte dort eine Übernahmestelle und hat bis zu tausend Hemden pro Tag gemacht. Also nicht er selber, aber seine Mitarbeiter. Das Ende der Geschichte war, er kam eines Tages mit der Erklärung, da war die Welt weit entfernt von Ökologie und Umwelt schonen, und hat gesagt: „Eigentlich, wir schmeißen Wärme und Waschmittel in den Kanal.“ Sag ich: „Wie geht das?“ „Na ja, die letzte Spülung geht in den Kanal, das könnten wir verwerten. Ich brauche nur einen Auffangtank, und dann nehmen wir das als Vorwäsche für die nächste Charge.“ Sag ich: „Ja, machen wir.“ Und dann kam der Statiker und hat gesagt: „Meine Herren, auf die Decke der Wäscherei können Sie kein Kilo mehr setzen, sonst fallen Sie hinunter in den dritten Keller, und die Techniker sind alle tot.“ Welche Lösung? Wiederum, der Waschbär sagt mir: „Ja, wenn wir sie nicht auf den Boden stellen können, hängen wir sie auf die Träger oben.“ Und die Tanks wurden oben angehängt, das hat einen Nebeneffekt gehabt, oberhalb der Wäscherei war das alles dran, und wenn dieser Prozess, also wenn das letzte Spülwasser aus diesem Tank heraus kam, hat eine Vibration eingesetzt und die Leute wurden quasi massiert in den Stühlen. Aber die Oberkellner haben das verkauft als: „Ja ja, wir haben da was gemacht damit es angenehm ist.“ Also, die Möglichkeit, jemanden, einen Abteilungsleiter aber euch einen anderen Mitarbeiter, in seinem Bereich so viel Freiraum zu lassen, dass er seinen Gestaltungswillen und seine Gestaltungsfähigkeit und Innovationsmöglichkeiten einbringen kann, sind meiner Meinung nach ein unschätzbarer Vorteil.

 

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