EM:

Ich habe in meiner Zeit als Assistant und Executive Assistant unwahrscheinlich viel Zeit in der Halle verbracht. Ich war immer ein Verfechter vom Schreibtisch in der Halle. Und der Schreibtisch dann so, dass man Rezeption, Eingang, Seiteneingang im Blickfeld hat. Man konnte, ohne dass man gehört hat, was da gesprochen wurde, sehen, da ist ein Problem. Ist das groß genug? Da gehe ich hin oder nicht. Das schaue ich mir an. Und da habe ich mir angewöhnt, mit mir selbst eine Art Spiel zu spielen. Wenn ein Gast auf mich zukam, und den sehe ich in zehn Metern Entfernung. Der kommt gemessenen Schrittes oder zornigen Schrittes, mit verbitterter Miene auf mich zu und ich habe jetzt fünf Sekunden was will der, was hat der für ein Problem. Aus dem Erscheinungsbild, der Körperhaltung –

VH:

Kommt er mit geballter Faust auf mich zu –

EM: Und dementsprechend, wie ich das einschätze, wird meine Reaktion sein auf seine erste Frage, meine erste Ansprache sein. Im Laufe der Zeit ist das immer besser geworden. An der Spitze habe ich sieben von zehn erraten. Richtig erraten. Und das hat mir den Vorsprung gegeben richtig zu reagieren. Bei den anderen habe ich erst zu spät oder gar nicht richtig reagiert. Und das kann man trainieren. Das kann man auch, das ist zwar nicht so lang, aber wenn Sie im Büro sitzen, und da kommt einer herein, wenn Sie ein gewisses Gefühl haben, was will er oder sie von mir. Und bin ich bereit? Verhandeln wir oder wie stelle ich mich dazu ein? Ich stelle mich mit allem, was ich kann und denke auf die Notwendigkeit des Gastes ein. Und bin ich empfangsbereit für das, was er zu sagen hat, dann wird eigentlich das, was nachher kommt, ob ihm die Lösung gefällt oder weniger gefällt, eigentlich nicht mehr so dramatisch.

 

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