Da gehe ich jetzt zurück in die Zeit um 1964, Eröffnung des Hotels. Der damalige A. hat eine Detektei beauftragt, die für die Sicherheit im Hotel beauftragt war. Unmöglich. Da waren Gestalten, die sind herumgestanden wie der wehe Daumen, jeder Mensch hat sofort gewusst, das ist ein Aufpasser, oder was auch immer. Abgesehen davon gab es dann einen politischen Skandal, dieser Herr A. war früher Polizist, und einer der Gründe, warum er von Hotel engagiert wurde: er hat unerlaubter Weise dem Hotel Leumundszeugnisse für alle Leute, die angestellt werden sollten, besorgt von der Polizei. Der ist sauber, der hat noch nie etwas angestellt, oder der war schon einmal wegen Diebstahl.   Das ist dann aufgeflogen, dass der in so etwas verwickelt war, und das erste, oder eines der ersten, das ich gemacht habe ’69, war, die Firma A. zu feuern. Also jetzt haben wir keinen Sicherheitsdienst mehr. Wie geht das jetzt? Jetzt müssen wir das selber machen. Jeder von uns muss aufpassen. Wir haben genügend Leute. Der Bellboy steht in der Halle, der steht normaler Weise in der Halle, aber er hat zwei Augen im Kopf, und wenn er etwas Verdächtiges sieht, muss er das melden. Wir müssen unsere Leute dorthin konditionieren, beeinflussen. Das ist auch erfolgt. Wir haben keine Detektei mehr, das ist erst mal eine Einsparung. Die Kosten der Detektei waren weg. Aber jetzt kommt die Erfolgsgeschichte. Und alle Mitarbeiter, die da involviert waren, also Kontakt in der Öffentlichkeit, ihr müsst aufpassen, sorgsam. In Österreich gibt es ein Gesetz, das heißt Verwahrungspflicht des Beherbergers für eingebrachtes Gut, das heißt immer noch so, glaube ich. Berührung durch den Ausführungsgehilfen steht im Gesetz. Das heißt, wenn Sie den Lohndiener zum Bahnhof schicken und er greift den Koffer an, ist das Hotel verantwortlich. Oder beim Flughafen. Im Augenblick, wo Sie die Hand auf das Gepäckstück legen, sind Sie amtlich dabei. Und ich habe gesagt, das gilt aber nicht nur für das Gepäck, das gilt auch für das geistige Eigentum. Wir sind verantwortlich für die Intimsphäre der Gäste. Was der in seinem Zimmer macht, interessiert uns nicht und wir haben damit nichts zu tun. Und einer, der ein Interview gibt einem Roman S. war L., der ist heute noch im Profil, er schreibt da eine Kolumne. Da weiche ich ein bisschen ab, zu dem L. komme ich später. Alle diese Leute, die in die Situation kommen könnten, dass sie irgendetwas gesehen haben, können mich jederzeit anrufen. Um zwei Uhr früh, um elf Uhr in der Nacht, wann auch immer. Wenn es etwas Brenzliges ist, werde ich ihnen dankbar sein, wenn es ein Blödsinn ist, dann reden wir am Tag nachher heftig darüber. Ich bin oft angerufen worden. Und in 90% der Fälle war es gut. Und die markanteste Situation war: einer der Bellboys, er ist heute Bell Captain im Intercontinental, ruft mich an und sagt: „Herr General, da sitzt einer, der gefällt mir nicht.“ Im breiten Wiener Jargon. Ich sage: „Was ist los? Was macht er?“ Er sagt: „Ja, er sitzt, dann geht er hin und her, nach hinten zum Zigarettenautomaten und dort sitzt er wieder und liest die Zeitung, der gefällt mir nicht.“ Das war um elf Uhr nachts. Wir hatten einen Kontakt bei der Sicherheitspolizei, den habe ich angerufen, und ich sage: „Haben Sie irgendwas? Wird jemand bei uns bewacht oder überwacht?“ Er sagt: „Wir werden nachschauen, ich rufe Sie zurück.“ Nach einer Viertelstunde ruft er zurück und sagt: „Bei Ihnen läuft nichts.“ Ich sage: „Schicken Sie mir jemanden oder schicken Sie mir ein paar, wir haben einen Verdächtigen in der Halle.“ Dann kamen zwei Funkstreifen, vier Mann in Zivil und haben den Verdächtigen festgenommen. Und wissen Sie, was sich herausgestellt hat? Der war von der Rauschgiftbehörde und hat einen Gast des Hotels überwachen sollen, aber das war nicht angemeldet. Was machen Sie jetzt mit dieser Geschichte? Also, der Bellboy wird Mann des Monats. Das muss man erzählen. Alle müssen das wissen. Das regt zum positiven Nachmachen und zur Imitation an.

 

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