Also ich fahre nach, fliege nach New York, wirklich ohne jeglichen Hintergedanken, vollkommen unabhängig, gehe da hin, sitzt im Vorzimmer eine Dame mit einem Haarknoten, ich habe einen meiner großen Fehler begangen, habe sie als Sekretärin angesehen, sie sagt: „Was wollen Sie von dem Herrn H.?“ Wer ist die? Sage ich: „Das werde ich dem Herrn H. erklären, aber nicht Ihnen.“ „Nur wenn Sie mir nicht sagen, was Sie von ihm wollen, dann kriegen Sie keinen Termin.“ Sage ich: „In Ordnung, dann lassen Sie ihn schön grüßen, der Herr E. aus Wien lässt ihn schön grüßen, auf Wiederschauen. Ich bin auf dem Weg nach Nassau.“ Ich komme, Umweg über ein Warenhaus, weil ich irgendwas eingekauft hatte, zurück in das Hotel, ein Bekannter von mir war dort der Manager, der hat schon Nachricht an der Rezeption gegeben, wenn ich auftauche, muss man mich sofort verständigen. „Also was ist los?“ „Ja die Levan K., Levan K. heißt die Dame, lebt noch, hat angerufen, du sollst sie zurückrufen. Sag ich: „Ich weiß nicht, wer Levan K. ist, aber gib mir die Nummer, ich rufe die an.“ Also ich rufe die Frau an: „Sie haben einen Termin morgen mit dem Herrn H. um neun Uhr, aber sind Sie um acht Uhr in meinem Büro.“ In meinem Büro. Ist mir noch nicht aufgefallen. Ich habe sie immer noch als Sekretärin gesehen. Ich komme um acht Uhr hin, sitze eine Stunde mit der Frau, und die will wissen, was ich da im Gepäck habe und im Kopf. Und ich bin standhaft wie ein Zinnsoldat, dann gehen wir hinein, der H. grüßt mich, und redet auch ein bisschen Deutsch mit mir, ist Franzose, aber im Wesentlichen Englisch. Dann sage ich ihm in kurzen Worten: „Das ist das Problem, und ich habe Pläne mit…“. Sagt er: „Moment, da wollen wir wen herein rufen, den Dick S., der ist für Architektur zuständig, den Marketing, Hank B. und so weiter.“ Die ganze Mahala vom Intercontinental, und der hatte einen Schreibtisch, also sein Schreibtisch war da, und da war ein Konferenztisch angebaut, da konnten die zehn Leute an dem Konferenztisch sitzen. Und der Präsident sitzt dort, ich sitze gegenüber und da sitzen jetzt die… Und die Dame, die mich gegrillt hat, die ist immer noch im Raum. Also Pläne hin und her und Tageslicht. Hat mich nicht mehr weiter interessiert, die haben dann irgendwas beschlossen, was damit geschehen soll, alle gehen hinaus, die Dame bleibt immer noch stehen, der H. spricht wieder mit mir, Deutsch, ob es das Hotel Bristol noch gibt und was in Wien los ist und was in der Oper gespielt wird und ich gehe hinaus, und sie fällt über mich her: „Was hat er gesagt, in Deutsch, was haben sie mit ihm besprochen.“ Und ich sage: „That’s none of your goddamn business. Wiederschauen.“ War weg. Zurück nach Nassau. So irgendwann, zehn Tage vor Weihnachten, kriege ich ein Telegramm, von dem Herrn E. aus Wien. „Wir haben einen Job für Sie, Assistant Manager, Arbeitsantritt erster Februar 1964.“ Und ich schreibe ein Telegramm zurück: „Meine Saison geht erst zu Ostern zu Ende, vor Ostern ist nichts.“ Bekomme wieder ein Telegramm, „Entweder erster Februar oder gar nicht.“ Mit dem Telegramm bin ich gefahren zu den Besitzern, geflogen nach Miami, und der schaut das an, sagt er: „Take the job. We’re selling the bloody hotel anyhow.“ Und so kam ich nach Wien.

 

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