Wir hatten einen Pianisten, Heinz H., ist auch leider schon verstorben. Damals gab es einen regionalen Europa-Musikmanager, Fredie P. aus der Schweiz, der hat uns diesen Pianisten, der in der Bar spielen sollte und im Restaurant, gefunden. Hat ihm aber bei der Vertragsunterzeichnung gesagt, und das hat den Mann sein Leben lang beeindruckt, aber den negroiden Anschlag haben Sie nicht. Ich bin nicht musikalisch, aber negroider Anschlag ist bei Pianisten bekannt. Eines Tages kommt der H. nicht zur Arbeit. Wir rufen die Frau an, was ist los, ja, er hat einen Unfall, es war im Winter, die Straße war vereist, er hat einen Unfall, ist aus dem Auto heraus geschleudert worden, und hat eine Quetschung an der linken Hand und ist im Krankenhaus. Also ich fahr ins Krankenhaus. Rede mit dem Arzt, was ist los. Sagt er: „Ja, das ist ein schwieriger Fall. Wir wollten ihm eigentlich die Finger amputieren, und er hat gesagt, bitte nicht, ich bin Pianist.“ Da sag ich: „Ich kann dazu medizinisch überhaupt nichts sagen, aber der ist ein guter Pianist, können Sie nicht irgendwas machen?“ Sagt er: „Ja, langwierig. Die Knochen sind alle teilweise zertrümmert.“ Und brutal, der Arzt sagt zu mir: „Na, dann nähen wir ihm die Würschtel halt wieder an.“ Also ich geh zum H. ins Zimmer, sag ihm: „Ich hab jetzt mit dem Oberarzt, oder was immer das war, mit dem Primar geredet, und die werden die Finger wieder hinkriegen. Das wird halt lang dauern, aber Sie werden Geduld haben. Und eines hat er mir schon gesagt, da müssen wir viel üben, viel üben.“ Der war zwei Monate im Krankenhaus, schwierige Operationen, und dann hat er dem Primar gesagt: „Wissens was, machens mir die Finger so, dass ich einen negroiden Anschlag habe.“ Die Hand, das war in jedem Stadium so, er konnte, also mit der linken Hand gibt man sowieso niemandem die Hand, aber er hätte niemand die Hand geben können, weil die Finger waren so. Kam zurück, und hat bis zu seinem Ausscheiden zwecks Pensionierung Klavier gespielt. War der beste Barpianist, den wir in Wien hatten. Und, ich nehme das gar nicht für mich in Anspruch, weil das meiner Meinung nach die Aufgabe eines guten Arztes wäre, aber bei den Mitarbeitern, der sozusagen mein Kosenamen war der Papa. Der Papa ist ins Spital gegangen, und die haben dem die Finger wieder gerichtet.

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